Welche sinnvollen Möglichkeiten es für eine private Zusatzrente gibt und was bei Zusatzrenten beachtet werden sollte.

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Private zusätzliche Rente als Altersabsicherung

Die private Vorsorge für das Alter ist heutzutage wichtiger denn je. Die Lebenserwartung ist gestiegen, im Durchschnitt leben die Menschen, nachdem sie vom Erwerbsleben in den Ruhestand gewechselt sind, noch zwischen 12 und 17 Jahren, Tendenz steigend.

Zusatzrente
Die gesetzliche Rentenzahlung reicht oftmals nicht aus, um den erreichten Lebensstandard auch im Rentenalter weiter fortführen zu können, sie muss demzufolge durch Eigenvorsorge ergänzt werden. Zusatzrenten, wie die Riester-Rente, die Rürup-Rente, die betriebliche Altersversorgung und die private Rentenversicherung, sind Varianten, um im Hinblick auf die finanzielle Situation im Alter vorzusorgen.

Private zusätzliche Vorsorge mit Riester Rente:

Der Staat fördert die nach Walter Riester benannte Riester Rente mit Zulagen und Steuerfreibeträgen. Der förderfähige Personenkreis ist im EStG § 10a geregelt. Riester Produkte werden von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht geprüft und zertifiziert. Voraussetzung für die Zertifizierung ist die garantierte lebenslange monatliche Auszahlung ab Beginn der Altersrente, frühestens ab dem 60. Lebensjahr des Versicherten, eine Einmalzahlung in Höhe von 30 % der Sparsumme ist möglich.
Außerdem dürfen die Geldanlagen weder beliehen, verschenkt noch vererbt werden und sie sind nicht pfändbar.
Die Riester Zulagen werden in voller Höhe gewährt, sofern 4 % des Bruttoeinkommens des Vorjahres (Zulagen werden mit angerechnet) in eine förderfähige Sparanlage eingezahlt werden. Ab 2008 beträgt die Grundzulage für Alleinstehende 154,00 Euro und die Zulage je Kind 185,00 Euro jährlich, für 2008 Geborene erhöht sich die Zulage auf 300,00 Euro. Ab dem Jahr 2008 können die Altersvorsorgeaufwendungen bis max. 2.100,00 Euro jährlich als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden.
Unter gewissen Voraussetzungen erhalten auch Ehepartner, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, staatliche Zulagen und Steuervorteile.

Die Formen der Riester Rente

Zu den förderfähigen Sparanlagen gehören Banksparpläne, Fondssparpläne, private Rentenversicherungen, Pensionskassen- und fonds sowie Direktversicherungen.
Banksparpläne und klassische Rentenversicherungen sind risikoarme Geldanlagen, die Renditen fallen verhältnismäßig gering aus. Fondsgebundene Rentenversicherungen, besonders Fondssparpläne bieten höhere Renditen sind aber risikoreicher. Durch längere Laufzeiten können die Risiken - Kursschwankungen - allerdings verringert werden.

Die Zertifizierung beweist nur, dass die genannten Förderkriterien eingehalten werden, eine Aussage über die Qualität der Riester Produkte wird jedoch nicht getroffen. Deshalb sollte sich der Versicherte vorab, wie bei jeder anderen Geldanlage auch, fachkundig beraten lassen.

Zusatzrenten durch die Rürup Rente:

Die Rürup-Rente, auch Basisrente genannt, wurde insbesondere für Selbstständige, Freiberufler und Besserverdienende konzipiert (hohe Steuerlast). Die Beiträge zur Rürup-Rente werden bis zu einem Höchstsatz - Alleinstehende 20.000,00 Euro, Verheiratete 40.000,00 Euro - vom Finanzamt anerkannt, können aber gegenwärtig noch nicht zu 100 % steuerlich geltend gemacht werden.
2008 können 66 % des Höchstsatzes als Sonderausgaben von den Steuern abgesetzt werden, dass heißt Alleinstehende 13.200,00 Euro und Verheiratete 26.400,00 Euro. Die Anhebung erfolgt jährlich um 2 %, sodass im Jahr 2025 die Vorsorgebeiträge voll abgesetzt werden können.

Bei Rürup-Verträgen, dies wären konventionelle und fondsgebundene Rentenversicherungen, besteht kein Kapitalwahlrecht, die Auszahlung kann somit frühestens ab dem 60. Lebensjahr und nur in Form einer monatlichen Leibrente erfolgen.
Ferner können die Verträge weder verschenkt, beliehen noch vererbt werden, eine Pfändung dieser ist ebenfalls nicht möglich.
Mit konventionellen Rentenversicherungen werden zwar nur geringe Renditen erzielt, im Gegenzug gibt es hier aber eine Zinsgarantie. Vergleichsweise höhere Renditen bieten fondsgebundene Rentenversicherungen, die Kursschwankungen können jedoch nur bei einer längeren Laufzeit abgefangen werden.

Betriebliche Altersvorsorge:

Arbeitnehmer müssen, wenn keine Verpflichtung ihrerseits zur Zahlung einer Rente an die Mitarbeiter (Direktzusage) vorliegt, den Mitarbeitern die Möglichkeit der Entgeltumwandlung  einräumen. Entgeltumwandlung bedeutet, dass ein vereinbarter Teil des Lohnes/Gehaltes in Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung umgewandelt wird.
In kleineren und mittleren Unternehmen sind Direktversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds wegen des geringen Verwaltungsaufwandes die meist gewählten Durchführungswege. Der Arbeitgeber fungiert hierbei als Versicherungsnehmer und hat darauf zu achten, dass die Leistungszusagen der Entgeltumwandlung entsprechen. Der Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf die Leistungen.
Der Staat fördert diese Vorsorge, indem die Beiträge bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (2008 sind das 2.544,00 Euro jährlich) steuer- und sozialabgabenfrei sind, weswegen diese Variante sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber attraktiv ist.

Private Altersvorsorge:

Bei der ungeförderten privaten Altersvorsorge gibt es eine Reihe von Möglichkeiten für das Alter vorzusorgen, etwa mit Kapitallebensversicherungen oder Rentenversicherungen. Aber auch Investmentfonds oder andere Geldanlage Formen dienen diesem Zweck. Dabei ist es im wesentlichen eine Renditefrage, ob sich eine privat abgeschlossene Altersvorsorge lohnt.
Beim Abschluss einer privaten Rentenversicherung kann zwischen einer Sofortrente und einer aufgeschobenen Rente gewählt werden. Bei der Sofortrente wird einmalig ein größerer Betrag eingezahlt und die lebenslange Rentenzahlung beginnt bereits im Folgemonat. Die Einzahlung von monatlich konstanten Beträgen über einen längeren Zeitraum ist wohl die geläufigste Form. Nach Ablauf des Vertrages kann dann zwischen einer lebenslangen Rentenzahlung - konstante Rente, dynamische Rente oder sinkenden Rente - und einer Einmalzahlung entschieden werden.

Zu beachten ist, dass laufende Leistungen (Leibrenten) sowie einmalige Leistungen der nachgelagerten Besteuerung unterliegen.