Altersversorgung - Informationen zur Altersversorgung in Deutschland und welche Regelungen für heutige und spätere Rentner gelten.
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Altersversorgung - wie ist die gesetzliche geregelt und was ist zu erwarten?

Grundlage des deutschen Rentensystems ist der so genannte Generationsvertrag. Dies bedeutet, dass Erwerbstätige in die Rentenkasse einzahlen und von diesem Kapital die Renten für die ältere Generation finanziert werden.

Als 1957 die umlagefinanzierte Rente eingeführt wurde, lag ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beitragszahlern und Rentnern vor. Doch die Rahmenbedingungen haben sich geändert und die Lücken im System werden erkennbar. Die Lebenserwartung der Menschen steigt, das Durchschnittsalter der Frauen beträgt 88 Jahre und das der Männer 84 Jahre.

Im Gegensatz dazu sank die Geburtenrate auf 1,4 Kinder je Frau (1960 waren es noch 2,5 Kinder), Deutschland hat weltweit mit die niedrigste Geburtenrate.
Die gesetzliche Rentenversicherung kann durch das Umlageverfahren keine Reserven bilden beziehungsweise Gelder gewinnbringend am Kapitalmarkt einsetzen. Das wäre eine Möglichkeit gewesen, dem demographischen Wandel in Deutschland Rechnung zu tragen. Reformen, wie die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters, die Verringerung der Rentenleistung und die Besteuerung der Renten, sollen die gesetzliche Rentenversicherung entlasten und vor dem finanziellen Ruin bewahren.

Zurzeit besteht die Möglichkeit, mit 65 Jahren in Rente zu gehen, sofern die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt wurde. Noch! Ab 2012 bis 2029 wird, beginnend mit 1947 Geborenen, das Renteneintrittsalter schrittweise von 65 Jahren auf 67 Jahre angehoben. Von 2012 bis 2023 erfolgt die Anhebung jeweils um einen Monat und ab 2024 um jeweils zwei Monate, sodass 1964 und später Geborene erst mit Vollendung des 67. Lebensjahres Regelaltersrente beziehen können.
Auf  Versicherte, die vor dem 01. Januar 1955 geboren sind und Arbeitsteilzeitarbeit vor dem 01. Januar 2007 vereinbart oder Anpassungsgeld für entlassene Bergleute bezogen haben, wird das Renteneintrittsalter nicht erhöht.
Versicherte können unter gewissen Voraussetzungen vorzeitig in Rente gehen. Dies trifft auf langjährig Beschäftigte, Frauen, bei Arbeitslosigkeit und nach Altersteilzeit und auf schwerbehinderte Menschen zu. Sie müssen dabei jedoch in aller Regel einen Abschlag von 0,3 % für jeden vorzeitig in Rente gegangenen Monat hinnehmen.

- Altersrente für langjährig Versicherte
Bereits mit Vollendung des 63. Lebensjahres können langjährig Beschäftigte die Altersrente beantragen. Unter langjährig ist eine Versicherungszeit von mindestens 35 Jahren zu verstehen.

- Altersrente für Frauen und Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit
Frauen können mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Rente gehen, wenn sie vor dem 01.Januar 1952 geboren sind, die 15 Jahre Wartezeit erfüllt und über 10 Jahre nach dem 40. Lebensjahr Pflichtbeiträge gezahlt haben.
Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, zum Rentenbeginn arbeitslos sind und im Alter von 58,5 Jahren in der Summe 52 Wochen arbeitslos waren, können Rente wegen Arbeitslosigkeit beantragen. Liegt mindestens 2 Jahre eine verminderte Arbeitszeit auf Grund von Arbeitsteilzeit vor, ist die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und wurden 10 Jahre vor Rentenbeginn für mindestens 8 Jahre Pflichtbeiträge geleistet, kommt die Rente nach Arbeitsteilzeit in Frage. Seit 2006 erfolgt für Versicherte, die zwischen 1946 und 1948 geboren sind, die schrittweise Anhebung auf 63 Jahre, hier gelten jedoch gewisse Ausnahmeregelungen. Beide Rentenarten bestehen nur noch für Versicherte, die vor dem 01. Januar 1952 geboren sind.

- Altersrente für schwerbehinderte Menschen
Schwerbehinderte Menschen (Behinderungsgrad mindestens 50%) können, wenn die Wartezeit von 35 Jahren geleistet wurde, mit Vollendung des 63. Lebensjahres und zwar ohne Abschläge in Rente gehen. Schrittweise wird diese Rente für Versicherte ab dem Geburtsjahr 1952 von 63 auf 65 Jahre angehoben.
Schwerbehinderte Menschen haben auch die Möglichkeit schon mit Vollendung des 60. Lebensjahres in Rente zu gehen, dann müssen sie allerdings Abschläge in Kauf nehmen. Auch hier erfolgt eine stufenweise Anhebung von 60 auf 62 Jahre.

- Altersrente für besonders langjährig Versicherte
Einhergehend mit der etappenweise Erhöhung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre entstand eine neue Rentenart - die Altersrente für besonders langjährig Versicherte auf Grund der, versicherte Personen, die die 45 jährige Wartezeit erfüllt haben ohne Abschläge mit 65 Jahren in Rente gehen können.

Verstirbt der Ehepartner, so hat die Witwe/ der Witwer Anspruch auf die kleine Witwenrente/Witwerrente, wenn der oder die Verstorbene die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt beziehungsweise bereits eine Rente bezogen hat. Ab dem 01.01.2002 besteht kein Anspruch auf Witwenrente/Witwerrente, wenn die Eheleute nicht mindestens ein Jahr verheiratet waren. Die kleine Witwenrente/Witwerrente wird bis zu zwei Jahren gewährt und beträgt 25 % der Rente des oder der Verstorbenen. Bei erneuter Eheschließung in dieser Zeit wird für die restlichen Monate eine Abfindung gezahlt.
Witwen oder Witwer erhalten, wenn sie das 45. Lebensjahr vollendet haben und ihr eigenes Kind oder das Kind des oder der Verstorbenen (unter 18 Jahren) erziehen oder erwerbsgemindert sind, die Große Witwenrente/ Witwerrente. Diese beläuft sich auf 55% der Rente der oder des Verstorbenen, dazu kommen 2 Entgeltpunkte für das erste und jeweils 1 Entgeltpunkt für jedes weitere Kind. Bei erneuter Eheschließung wird eine Abfindung gezahlt, diese richtet sich nach der im vergangenen Jahr errechneten monatlichen Durchschnittsrente (24-fache). Ab 2012 erfolgt eine schrittweise Anhebung von 45 Jahre auf 47 Jahre.

Versicherte, die eine Altersrente vorzeitig in Anspruch nehmen, können monatlich bis zu 355,00 EUR dazu verdienen. Liegt der Verdienst über der Grenze wird die Rente gekürzt. Nach Eintritt der Regelaltersrente entfällt die Hinzuverdienstgrenze.
Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt Renten nur auf Antrag und dieser sollte rechtzeitig, in der Regel drei Monate vor Rentenbeginn, gestellt werden.
Die Rentenhöhe ist abhängig von den zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten und kann daher erst exakt nach Renteneintritt berechnet werden. Die von der gesetzlichen Rentenversicherung jährlich herausgegebenen Renteninformationen stellen eine Hochrechnung dar, die aber weder eine veränderte Gesetzeslage noch das eventuell veränderte Durchschnittseinkommen aller Versicherten und einen etwaigen veränderten Verdienst des Versicherten berücksichtigt und sollte deshalb nur als Richtwert gesehen werden.
Renten unterliegen seit 2005 laut Alterseinkünftegesetz der nachgelagerten Besteuerung, hierbei erfolgt eine schrittweise Erhöhung bis 2040. Rente, die im Jahr 2005 erstmalig bezogen wurde unterliegt einem Besteuerungsanteil von 50 %, ab 2006 bis 2020 steigt dieser um jährlich 2 %, danach um 1 %, sodass eine 100% ige Besteuerung der Rente ab 2040 erfolgt. Der Besteuerungsanteil ist also vom Jahr der Rentenzahlung abhängig und dieser Prozentsatz bleibt dann bis zum Lebensende unverändert.

Auf jeden Fall solte sich jeder mit der eigenen Altersversorgung frühzeitig beschäftigen. Durch die unterschiedlichen Lebensziele und Lebenssituationen eines Menschen kann es eine für alle optimale Altersvorsorge nicht geben. Eine individuelle Bedarfsanalyse sollte jeder für sich oder die eigene Familie durchführen lassen.

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